1. Die Basics kommunizieren
Was dir beim Sex genau gefällt, können andere Personen beim ersten Mal mit dir natürlich nicht riechen. Deshalb kann es allen Seiten sehr weiterhelfen, **wenn ihr davor darüber redet**, was euch gefällt oder du während des Sex verbale Rückmeldungen gibst. Vielleicht hilft es dir die Dinge so zu kommunizieren, wie bei einer Massage. Wenn eine Person dich massiert, trifft er oder sie auch meist nicht direkt die richtigen Stellen oder übt den richtigen Druck aus. Damit die Massage für dich besser wird, kannst du der Person rückmelden, welche Stellen sich für dich besonders gut anfühlen und welche Bewegungen eher nichts für dich sind.
Natürlich kannst du auch **über Geräusche und Körpersprache vermitteln, ob dir etwas gefällt.** Hier hilft es allerdings nicht, anderen etwas vorzuspielen. Das trägt vielleicht eher dazu bei, dass der oder die Andere Bewegungen oder Berührungen wiederholt, die sich für dich eigentlich gar nicht so gut anfühlen und du dich selbst in der Situation nicht mehr natürlich und authentisch fühlst.
2. Vor oder nach dem Sex kommunizieren
Wenn es dir schwer fällt während des Sex verbal zu kommunizieren, hilft es dir vielleicht, **schon vorher das Gespräch zu suchen.** Das sollte möglichst in einer Situation sein, in der ihr euch wohlfühlt und ungestört seid. Frag die andere Seite zum Beispiel nach Vorlieben und versucht Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszufinden.
Wir alle haben ganz verschiedene Geschmäcker – nicht nur beim Essen, sondern auch beim Sex. Und das ist auch gut so. Es kann spannend sein, über die Vorlieben von Partnern und Partnerinnen zu lernen und so vielleicht sogar neue „Rezepte“ kennenzulernen, die dir selbst auch gut gefallen.
Auch nach dem Sex kannst du ansprechen, was dir besonders gut gefallen hat oder was du gerne anders versuchen würdest. Oft bietet es sich an, direkt nach dem Sex kleine Rückmeldungen zu geben, wenn gerade ohnehin eine intime Situation herrscht. **Wichtig ist, dabei wertschätzend zu bleiben.** Wenn du den Fokus auf die für dich besonders schönen Sachen legst, dann wissen andere Personen, wo sie anknüpfen können.
3. Was, wenn es etwas „ausgefallener“ wird?
Solltest du feststellen, dass du beim Sex gerne bestimmte **Vorlieben und Fetische** erkunden möchtest, dann ist es natürlich auch dabei wichtig, das vorher mit deinem Partner oder deiner Partnerin zu besprechen.
Wenn dich beispielsweise eine bestimmte Kontroll-Verteilung besonders reizt, ist es besser, sich langsam an diese heranzutasten und auch zwischendurch immer wieder darüber auszutauschen, wie der oder die andere sich mit der Situation fühlt. Gerade weil wir alle so unterschiedlich sind, empfinden wir auch Grenzen an ganz verschiedenen Punkten. Neues auszuprobieren sollte immer auf gegenseitigem Vertrauen beruhen und auch hier gilt: **Nein heißt nein.**
Es ist natürlich toll, wenn ihr beim Sex gemeinsame Vorlieben entdecken und erkunden könnt. Aber nur weil es so viele verschiedene Möglichkeiten gibt Sex zu haben, heißt das nicht, dass alle immer alles ausprobieren wollen müssen.
4. Muss ich meine Vorlieben kommunizieren?
**Ganz einfach: nein.** Je nach Person und Kontext fühlst du dich vielleicht in manchen Situationen wohler damit deine Bedürfnisse zu kommunizieren und in anderen nicht.
Besprich nur das über deine sexuellen Wünsche, was du besprechen möchtest. Wenn du Zeit brauchst, um der anderen Person von bestimmten Vorlieben zu erzählen, dann ist das völlig in Ordnung. Und wenn du entscheidest, mit manchen Menschen manche Vorlieben gar nicht zu bereden, dann ist das auch okay. Du bist dabei niemandem etwas schuldig.
Wichtig ist nur, dass du dich selbst nicht übergehst, eigene Grenzen ansprichst und mit deinen Vorlieben nicht über die Grenzen von anderen gehst.
5. Sich „sicher“ fühlen
Gespräche über Lust, Sex und sexuelle Vorlieben können sich sehr intim anfühlen. Deshalb ist es oft leichter Sachen anzusprechen bei Personen, denen wir vertrauen und mit denen wir uns wohlfühlen.
Viele Menschen probieren daher neues am liebsten mit Partnern oder Partnerinnen, mit denen sie schon vorher ein gewisses Grundverständnis für die gegenseitigen Bedürfnisse und Grenzen entwickelt haben. Das muss aber nicht für alle so sein. Manche von uns fühlen sich auch wohl damit, mit neuen und noch recht unbekannten Personen über ihre sexuellen Wünsche zu sprechen. Auch das ist völlig in Ordnung.
**Wichtig ist nur, dass du dich dabei wohl fühlst.** Beachte dabei allerdings, dass du nicht immer einschätzen kannst, wie andere Personen mit deinen intimen Informationen umgehen und finde für dich heraus, wie offen oder privat du selbst damit umgehen möchtest.